LV Steiermark Judo News

Nationalliga 2007 - 6.Runde
Leibnitz gegen Flachgau II 6:6 (48:55)

Ort: Gralla, Mehrzweckhalle
Datum: Freitag, 06.Juli 2007

von Franz Bergmann; Fotos: Gernot Wenzel; (V1.1)

ES WAR DER "ERWARTET SCHWERE KAMPF!"

Vor einer Woche feierten die Leibnitzer Judoka trotz Personalprobleme (Stefan Ribitsch Uniprüfung, Benny Ogertschnig Maturareise) einen sicheren 9:4 Erfolg über Gallneukirchen. Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Benny Archan. Aber auch die Union Raika Flachgau bleiben über LZ Multikraft Wels mit 8:5 erfolgreich. Damit sind beide Mannschaften bis jetzt unbesiegt. Eine spannendere Ausgangsposition konnte es eigentlich gar nicht geben.


Stiegler - Ribitsch - Nakamura - Ackerl - Schreiber - Popp - Bertagnoli

Bereits eine gute halbe Stunde vor Wettkampfbeginn war die Mehrzweckhalle bis zum letzten Mann (Frau) besetzt und Parkplätze Mangelware! Genau dieser Umstand sprach für Leibnitz, obwohl die Flachgauer vor Beginn dieser Begegnung als leichte Favoriten galten. Immerhin haben die Flachgauer vier aktuelle U20 Staatsmeister, einen U20 WM-Fünften, sowie einen russischen Spitzenjudoka in ihren Reihen!

Vor Beginn stellte Norbert Wiesner in seiner bekannt mitreißenden Art die einzelnen Kämpfer vor und sparte auch nicht mit Lob für die gegnerische Mannschaft. Auch das fachkundige Publikum gegrüßte die Gäste äußerst fair. Man kann es vorwegnehmen - es war eine - sportlich gesehen - sehr faire Begegnung, was wiederum Werbung für die "schönste Sportart der Welt" war.

Im ersten Kampf versuchte Christoph Stiegler gegen "Österreichs aktuelle Nummer drei" Bernhard Pohn sein Glück. Nach eineinhalb Minuten führte der Flachgauer mittels Selbstfaller mit Yuko, was aber Christoph durch einen "Super De-ashi-barai" aufholen konnte. Pohn konnte aber durch einen weiteren Selbstfaller mit Yuko in Führung gehen. Christoph stellte sich in Folge gegen die Selbstfaller sehr gut ein, konnte aber den Rückstand nicht mehr aufholen - damit stand es 0:1 für Union Raika Flachgau.

In der Klasse bis 66kg war Stefan Ribitsch - der Kapitän der Leibnitzer - gegen Kevin Spitzer eindeutig der überlegene Kämpfer. Zwei Beingreifer (Yuko und Koka) bzw. ein Tai-o-toshi (Yuko) von Stefan führte zum 1:1 Ausgleich.

Dann kam der Cassius Clay (Mohamed Ali) des Judosports unter tosenden Publikumsbeifall auf die Matte - Toshihide Nakamura.

Toshis tänzelnde Bewegung und seine Beinarbeit erinnern stark an den ehemaligen Superboxstar Cassius Clay! Toshi kommt nicht auf die Matte - Toshi erscheint!

Ein gekonnter Seoi-nage Angriff nach 36 Sekunden brachte Toshi einen Koka - Vorteil. Toshis Gegner - Felix Schirnhofer konnte sich vor dem Aufprall noch geschickt wenden, ansonst wäre es zu einer höheren Wertung gekommen. Überhaupt kämpfte Schirnhofer taktisch sehr klug, was in der letzten Minute zu einer - zumindest etwas "diskutierbaren" Shido Strafe für Toshi führte. Damit endete dieser Kampf unentschieden.

Da in den folgenden Kämpfen Philipp Ackerl gegen Florian Strasser mit Ippon (Beinfasser), bzw. Markus Scheiber gegen Max Schirnhofer ebenfalls mit Ippon durch Seoi-nage (Schulterwurf) verlor, lag Leibnitz mit 1:3 hinten.

Mit dieser enormen psychischen Belastung musste nun Philipp Popp gegen den russischen Superkämpfer Vitali Zelezvjak auf die Matte. Aber Philipp haben geistige Leistungen in letzter Zeit sicherlich des öfteren geplagt, hat er doch eben zuvor die Meisterprüfung zum Werksmeister erfolgreich abgelegt - dazu unsere herzliche Gratulation. Das war ja auch der Grund, warum Philipp im letzten Jahr nicht mehr so viel zeit für Judo aufwenden konnte. Unser "Popovic" war von den Betreuern Norbert Wiesner und Ing. Gernot Wenzel taktisch glänzend auf diesen Kampf eingestellt worden.

Philipps Gegner versuchte mit sehr tiefen Angriffen den Erfolg, was ihm aber letztlich ein kampfentscheidendes Shido (hinunterziehen) einbrachte.

Philipp verteidigte diesen Vorsprung bis zum Kampfende - dieser Kampf war sicher vorentscheidend, denn eine Niederlage konnten sich die Leibnitzer in der ersten Runde einfach nicht leisten - neuer Stand damit: 2:3.

Damit war der letzte Kampf im ersten Durchgang für Martin Bertagnoli ebenfalls von größter psychischer Belastung. Doch auf Martin ist eben Verlass. Es war einfach wunderbar zu beobachten, wie blitzschnell Martin einen Fehler des Gegners erkannte und einen sehenswerten Seoi-nage durchbrachte - Koka nach 1.43 Minuten.

Den Schlusspunkt und damit "die Erlösung" für das Publikum setzte Martin dann nach drei Minuten gegen Josef Binder durch einen wunderschönen Untertaucher - ganz klar: Ippon! So ging dieser Kampf mit 3:3 in die Pause.

 


Der zweite Durchgang begann resultatsmäßig gleich wie der Erste. Christoph Stiegler verlor durch Selbstfaller (Ippon).

Stefan Ribitsch gewann mit einem "Vorzeige - O-soto-gari" Ippon - damit stand es 4:4.

Dann "erschien" wieder "Judo-Gott" Toshihide Nakamura auf der Matte! Sein neuer Gegner Jan Zehetner versuchte mit "toshiähnlichen" tänzelnden Bewegungen seinem Gegner Paroli zu bieten. Diese Taktik brachte ihm aber nichts ein. Nach einer Koka - Wertung packte Toshi zu Beginn der letzten Minute sein reichhaltiges technisches Potenzial aus. Einem meisterhaften O-Uchi folgte eine unbeschreibliche Kombination, welcher mit einen filmreifen Wurf (natürlich Ippon) endete - schade, dass es davon keine Wiederholung gibt! Damit übernahmen die Leibnitzer zum ersten mal die Führung 5:4.

Diese Führung hielt aber nicht lange, denn Max Schirnhofer glich durch einen Sieg gegen Philipp Ackerl zum 5:5 aus.

"Werkmeister" Philipp Popp bewies einmal mehr, dass er nicht nur in seinem Beruf ein Meister ist - er ipponisierte Florian Strasser durch eine meisterhafte Wurfübernahme.

Da Markus Scheiber in Folge aber gegen Max Schirnhofer mit einer Ippon Niederlage die Matte verlies, stand es vor dem letzen Kampf 6:6

Nun musste Martin Bertagnoli gegen Vitali Zelezvjak fast auf "ein Wunder hoffen!"

Das Publikum brachte bei diesem Kampf nicht nur die Halle - sondern wahrscheinlich auch die Nerven von Martin zum beben! Es war einfach unglaublich, wie profimäßig Martin sich dieser schweren Aufgabe stellte.

Auch dann, als er nach 1.32 Minuten mit Yuko durch Seoi-nage im Rückstand lag, kämpfte er beherzt, fast schon heldenhaft weiter! Der tiefe Kampfstil des Russen brachte ihm - wie schon in Runde eins - eine Strafe ein (Shido). Durch eine Unachtsamkeit (aus der Matte gestiegen) bekam Vitali sogar eine zweites Strafe ausgesprochen. So endete dieser Kampf unentschieden.

Insgesamt 6:6, Unterbewertung 48:55 aus Sicht der Leibnitzer. Dieses Ergebnis macht die Titelentscheidung noch spannender als zuvor.

Der Steirische Judoverband gratuliert der Union Sparkasse Leibnitz und auch der Union Raika Flachgau zu diesen Leistungen und fairen Kämpfen und bedankt sich bei ihnen für diese großartige Werbung für unseren Sport.

 

Tabelle nach der 6.Ligarunde (drei Runden vor Schluss)

Mannschaft
Punkte
Sportunion "Die Woche" Leibnitz
11
Union Raika Flachgau 2
11
LZ Multikraft Wels
10
ASV ÖGJ Szbg
8
Colop Samurai Wien
6
ULZ Tectum Hohenems
6
Sandokan Galaxy Tigers
4
SV Gallneukirchen
2
Sanjindo Bischofshofen
2
PSV Szbg
0
Stand: KH 10.07.2007

 

Für Leibnitz noch zu kämpfen

7. Runde (28.09): Leibnitz gegen Wels
8. Runde (05.10.): Leibnitz gegen Colop Samurai
9. Runde (26:10): Leibnitz gegen ASV ÖGJ Salzburg

 


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