LV Steiermark Judo News

Nationalliga 2007 - 4.Runde
Leibnitz gegen PSV Salzburg 9:5 (90:45)

Ort: Leibnitz, Kulturzentrum
Datum: Freitag, 22.Juni 2007

von Franz Bergmann; Fotos: Norbert Wiesner

ERFOLG = ZAUBERJUDO + ZAUBERPUBLIKUM !!!

Die ersten drei der Tabelle in der Nationalliga (Wels, Union Sparkasse Leibnitz und Flachgau II) haben jeweils 6 Punkte. Die Entscheidung über den Gesamtsieg könnte heuer so spannend wie schon lange nicht mehr sein.
Jeder einzelne Kampf kann in dieser Situation "meisterschaftsentscheidend" sein, daher braucht jeder einzelne Judoka ein "Riesen - Nervenkostüm." Wer will seiner Mannschaft schon wegen eines möglichen dummen Fehlers um den Erfolg bringen?

Nach der Niederlage von Christian Unger (Festhalter) stellte Stefan Ribitsch in Folge durch seinen Ipponsieg gegen Patrick Reindl den Ausgleich zum 1:1 her. Benjamin Ogertschnig brachte durch seinen Sieg gegen Christof Weiss in der Klasse bis 73kg die Hausherren erstmals in Front - 2:1.

Der nächste Kampf in der Klasse bis 81kg von Benjamin Archan gegen Thomas Reisinger war der einzige Kampf, der sich über die gesamte Zeit erstreckte und war an Spannung fast nicht mehr zu überbieten. Außer Ippon gab es hier jede Wertung und zu letzt hatte der Salzburger mit einer Yuko - Wertung die Nase vorn, der Ausgleich zum 2:2 war damit hergestellt.

Philipp Popp bekam Christian Luck in einen Festhaltegriff und damit stand es 3:2 für die Union Sparkasse Leibnitz. Nachdem dann Markus Scheiber durch einen Ausheber von Marius Bucsa verlor, entschied erst der letzte Kampf zwischen Martin Bertagnoli und Christian Denkmaier über die Halbzeitführung. Martin siegte mit 2 Waza-ari und stellte damit die Halbzeitführung von 4:3 für die Leibnitzer sicher.

Im ersten Kampf in der zweiten Runde glich der Salzburger Johannes Pfeiffer mit seinen Ipponsieg auf 4:4 aus. Nun lag es an Stefan Ribitsch erneut die Führung für Leibnitz zu erkämpfen. Nach 1:09 Minuten führte Stefan mit Waza-ari und vollendete diesen Kampf gegen Patrick Reindl nach 3:08 Minuten mit einer Fußgreiftechnik (Waza-ari). Die erhoffte 5:4 Führung war geglückt. Ein wunderschöner Tomoe-nage von Benjamin Ogertschnig in der Klasse bis 73kg nach nur 19 Sekunden war bereits eine kleine Vorentscheidung, denn damit führte Leibnitz mit 6:4.

Und dann ging ein Orkan durch das Publikum, denn niemand geringerer als das neue "Nationalheiligtum der Leibnitzer Judoka" - Toshihide Nakamura betrat die Matte. Toshi's fast schon tänzelnde Bewegungen (bereits beim Kampf um den Griff) versetzen die Zuseher immer wieder fast schon in Verzückung! Vor allem "seine Kinder" liefern eine gewaltige Show ab.

Der Japaner hat in Leibnitz nicht nur durch seine Perfektion im Judo, sondern auch durch seine immer symphatische Art in die Herzen aller Leute erobert! Er ist ein richtiges Vorbild. Auch als er nach 2:41 Minuten Kampfzeit durch einen Konter mit Yuko gegen den Salzburger Spitzenjudoka Thomas Reisinger im Nachteil war, hörten die "Toshi, Toshi…. Chöre" des Publikums nicht auf, ganz im Gegenteil!

Auf dieser Welle der Begeisterung kämpfte er weiter und glich nach exakt 3:57 Minuten durch einen sehr schönen Seoi-nage (Yuko) aus. Fast wie in einem Filmdrehbuch zeigte "Toshi" zehn Sekunden vor Kampfende, was "japanisches Judo" bedeutet: Technik in Vollendung. Von außen betrachtet, sehen seine Bewegungen so einfach und graziös, einer "Katze ähnelnd" aus und ohne Kraftanstrengung. Im richtigen Moment das Richtige machen, das ist das (leicht gesagte) Erfolgsgeheimnis! Bei seinem Seoi-nage-Ansatz war sein Körper fast zur Gänze unterhalb des Körpers des Salzburgers, sodass er sich nur mehr aufrichten und ihn vorne herunterziehen musste - einfach genial - ein Super-Ippon wie von einem "anderen Stern!"

Mit dieser 7:4 Gesamtführung ging im nächsten Kampf Philipp Popp gegen Christian Luck auf die Matte. Er wusste, dass er mit einem Sieg den "Sack nun endgültig zumachen" konnte! Und wie Philipp den Sack zumachte! Er packte seinen Gegner nach 1:32 Minuten durch eine wunderschöne San-gaku - Technik ein und schnürte dann endgültig zu - Ippon! Damit war den Leibnitzern der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen. Benjamin Archan verwickelte sich gleich zu Beginn des nächsten Kampfes gegen den körperlich wesentlich stärkeren Marius Bucsa in einen Bodenkampf, wobei er naturgemäß keine Chance hatte (Kami-shio-gatame).

Den Schlusspunkt setzte aber trotzdem ein Judoka von der Union Sparkasse Leibnitz: Martin Bertagnoli wurde vom Salzburger Christian Denkmaier durch O-uchi angegriffen. Martin parierte diesen Angriff mit einem sehr schönen Konter - keine Frage: Ippon und damit stand es 9:5 (Unterbewertung 90:45).

Ein Appell an alle Steirischen Judoka: bitte kommt zu den Heimkämpfen von Union Sparkasse Leibnitz. Hier wird wirklich Judo vom Feinsten geboten! Der Veranstalter bemüht sich jedes mal eine Superatmosphäre zu schaffen - und - es gelingt ihm auch immer wieder! Versuchen wir gemeinsam den einzigen Steirischen Klub in der Nationalliga durch unser Kommen zu unterstützen. Die Judoka der Union Sparkasse Leibnitz haben sich unsere Unterstützung auf jeden Fall verdient!

Der Steirische Judoverband gratuliert der Judo Union Sparkasse Leibnitz herzlich zu ihrem wunderschönen Erfolg und wünscht ihnen für die nächsten Kämpfe Siege, Siege, Siege……

 


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