LV Steiermark Judo News

JUDO NATIONALLIGA 2. Runde
UNION SPK. LEIBNITZ GEGEN
ASV ÖGJ SALZBURG

Ort: Gralla, Mehrzweckhalle
Datum: Freitag, 03. Juni 2005

von Franz Bergmann; Fotos: Walter Wiedner

DER "KRIMI VON GRALLA" ENDETE 7:7!

Von dieser Begegnung wird man noch lange sprechen. Eigentlich ein Wunder, dass keiner der zahlreichen Zuseher keine ernsthaften "Herzprobleme" bekam. Die Etikette rund um diese Veranstaltung wurde von den Leibnitzer Judoka wie gewohnt in Perfektion präsentiert.
Damit war auch für beste Stimmung gesorgt.


Union Sparkasse Leibnitz

ASV ÖGJ Salzburg

Wenden wir uns dem "Krimi" zu: nach zwei Kämpfen lagen die Salzburger durch Ipponsiege von Thomas Höllbacher (gegen Wolfgang Hafner) und Erich Ivinger (gegen Stefan Ribitsch) im Vorteil. Nun lag es an "Toshi" Toshihide Nakamura das Ergebnis zu verbessern und damit die Fans "zu beruhigen." Dieses Vorhaben gelang ihm auch durch einen Sieg über Herbert Kirchmayer.
Im nächsten Kampf zwischen Norbert Wiesner und Joahnn Laireiter demonstrierte Norbert nach 1 ½ Minuten, dass er seine Spezialtechnik "Sode tsuri komi goshi" die ihm viele seiner damaligen Erfolge einbrachte, noch immer perfekt beherrscht. Nach diesem Ipponsieg hieß es 2:2. Leider verlor im nächsten Kampf Markus Schreiber gegen den Superjudoka Sven Helbing durch einen sehenswerten Uchi-mata und brachte dabei die Salzburger erneut mit 3:2 in Führung. Martin Bertagnoli versuchte danach in der Klasse bis 100kg den Ausgleich zu schaffen und "lief dabei nach guten 3 Minuten in einen Konter", welche die 4:2 Führung für die Salzburger bedeutete.

Was muss wohl im Kopf von Philipp Popp vorgegangen sein, als er im letzten Kampf des ersten Durchganges gegen den etwa 30kg schwereren, bärenstarken Erfolgsjudoka Wolfgang Ebner auf die Matte stieg. Philipp, eh schon so ein "Bärenlackel" wirkte gegen den Salzburger - von der Statur her - wie ein Zwerg! Philipp bekam anfangs auch (zu Recht) zwei Strafen wegen Stemmens "aufgebrummt."
Als er diesen Nachteil durch einen sehr schönen Untertaucher (Yuko) aufholte, war in der Sporthalle in Gralla "die Hölle los" ! Das Publikum sprang von den Sitzen und witterte förmlich eine Sensation! Nach exakt 3.46 Minuten ging Wolfgang Ebner durch einen Tomoe-nage (Koka) erneut in Führung. Trotzdem zeigte Philipp Moral und fightete mit größtem Einsatz weiter. 15 Sekunden vor Kampfende bedankte er sich beim frenetischen Publikum mit einen wunderschönen Seoi-nage - Waza-ari! Das war die endgültige Entscheidung. Hätte Philipp diesen Kampf verloren, wäre damit sicher eine Vorentscheidung für den Ausgang dieser Begegnung gefallen. Aber mit einem 3:4 Rückstand zur Pause lebte die Hoffnung für den zweiten Durchgang.

Der zweite Durchgang verlief anfangs leider genau so wie der erste - mit zwei Niederlagen für die Leibnitzer. Wolfgang Hafner verlor gegen Thomas Höllbacher und leider auch Publikumsliebling Toshihide Nakamura gegen Erich Ivinger. Damit stand es bereits 6:3 für die Salzburger und die Zuseher ahnten das Schlimmste. Trotzdem feierten sie noch immer ihre "Lieblinge" lautstark an. Auf diese Fans kann der Union Judoklub Sparkasse Leibnitz mit Recht stolz sein! Die Klasse bis 73kg wurde im zweiten Durchgang durch Marc Luttenberger besetzt, und der bedankte sich für seine Aufstellung mit einem wunderschönen Ipponsieg gegen Thomas Baumgartner mittels Untertaucher. Damit stand es "nur mehr" 4:6 für die Gäste aus Salzburg. Leider verlor in Folge Markus Schreiber auch seinen zweiten Kampf gegen Sven Helbing. Damit war klar, dass für die Leibnitzer nur mehr ein 7:7 möglich war, aber selbst dieses Ziel sehr schwer erreichbar sein wird.
Auf Seiten der Leibnitzer betrat Martin Bertagnoli die Matte und wusste, dass er diesen Kampf einfach nicht verlieren durfte. Martin hat zur Zeit noch etwas Trainingsrückstand, aber sein Einsatz und sein Siegeswille ist nach wie vor ungebrochen! Anfangs sah es für Martin gar nicht gut aus, denn er lag alsbald mit 2 Koka (jeweils für O-Uchi) zurück. Diese Führung des Salzburgers hielt genau bis zum Beginn der letzten Minute, dann ließ Martin durch einen schönen Konter die Herzen der Fans höher schlagen, denn diese Yuko Wertung bedeutete die Führung. Atzmüller versuchte zwar den Kampf noch umzudrehen, aber mehr als eine Koka-Wertung (Feger) war ihm nicht gegönnt.

Vor dem letzten Kampf hieß es als 7:6 für die Gäste aus Salzburg. Der letzte Kampf von Philipp Popp gegen Ebner Wolfgang war daher an Spannung nicht mehr zu überbieten. In diesem Kampf beherrschte Philipp seinen Gegner ganz klar. Bereits nach 25 Sekunden führte er mit Waza-ari durch einen wunderbaren Untertaucher. Sein "Meisterwerk" vollendete Philipp nach 1.16 Minuten mit einem Traumkonter - keine Frage - klar Ippon. Nun war die Stimmung im Saal nicht mehr zu überbieten.

Ein Riesenkompliment an die fairen und symphatischen Gäste aus Salzburg, an die tadellosen Kampfrichter Franz Linecker, Iris Mair und Gerhard Reiterer sowie an den Union Judoklub Sparkasse Leibnitz und - last but not least - an das fantastische Publikum! Es war ein Judofest der Extraklasse !!!