LV Steiermark Judo News

Europäische UNION Spiele 2003 (FICEP)

Ort: Linz, Sportzentrum Gugl
Datum: Donnerstag 17. bis Sonntag 20.Juli 2003

von Gernot Wenzel

Gold für Kathi Schönstein (Union Graz) und jeweils Silber für die Burschen (Ribitsch, Popp und Bertagnoli - alle Union Leibnitz) war die Ausbeute bei den Union Spielen (FICEP) 2003. Und auch im Teambewerb waren die Österreicher ungeschlagen.

Mit dem Sportzentrum Gugl fanden die Veranstalter für die alle vier Jahre stattfindenden FICEP Games die optimalen Rahmenbedingungen vor. Die FICEP Games sind die Europameisterschaften der christlichen Sportverbände, und heuer wurden die Titelkämpfe in folgenden Sportarten ausgetragen:

  • Leichtathletik
  • Faustball
  • Tischtennis
  • Turnen
  • Judo

Die Sportler werden vom Dachverband nominiert, und wir Steirer durften uns berechtigt Hoffnung machen, bei diesen Spielen ein paar Vertreter entsenden zu können, da unsere Union-Vereine im österreichischen Judosport sehr starke Leistungen erbracht haben. Wobei wir aber keinesfalls vergessen dürfen, dass sehr namhafte Vereine in Österreich Union-Vereine sind, wie z.B. Union Pinzgau, Union Flachgau, Union Mühlviertel, Union Vorarlberg....
Auch die Nationen, welche beim Judo an den Start gingen, sind keine unbeschriebenen Blätter im europäischen Judosport (Frankreich, Italien Slowakei, Deutschland, Tschechien und Österreich)

Für die Steiermark wurden nominiert:

  • - 52 kg Kathi Schönstein (Union Graz)
  • - 66 kg Stephan Ribitsch (Union Leibnitz)
  • -90 kg Philipp Popp (Union Leibnitz)
  • +100 kg Martin Bertagnoli (Union Leibnitz)

Kathi Schönstein - 52 kg (5 Starter)

Kathi durfte als erste von den Steirern auf die Matte und stellte ihre gute Form unter Beweis.
In der ersten Begegnung traf sie auf die Vertreterin Frankreichs und konnte diese gleich mit Ippon (Ura Nage) schlagen. In der zweiten Runde wurde eine Kämpferin aus Italien mit einem "Bilderbuch - Uchi Mata" ebenfalls mit Ippon von der Matte geschickt, und Kathis Spezialtechnik funktionierte auch gegen die Deutsche.Also blieb nur noch der Kampf um Platz eins, und hier wartete die zweite Vertreterin Österreichs, Patricia Langreiter von der Union Pinzgau.

Kathi war bereits in der Vorbereitung sehr konzentriert, man konnte ihren Siegeswillen förmlich in ihrem Gesicht lesen. Die beiden Kämpferinnen begannen sehr aggressiv, und für Kathi war es nicht ungefährlich ihre Spezialtechnik (Uchi Mata) anzusetzen, da Patricia Langreiter über einen ausgezeichneten Te Uchi Mata verfügt. Trotzdem setzte sich Kathi im Griffkampf durch, erzielte ein Waza-ari mit Uchi Mata und nutze sofort die Chance auf einen Festhaltegriff, aus dem sich Patricia nicht mehr befreien konnte.

Goldemdaille: Kathi Schönstein !


Stephan Ribitsch - 66 kg (8 Starter)

Stephan begann in der ersten Runde gegen einen Italiener mit hohem Tempo. Dieser hatte dabei wenig entgegen zu setzen, und der Ippon Sieg von Stephan war die Folge. In Runde zwei ging es bereits um den Einzug ins Finale. Hier wartete ein Vertreter Frankreichs. Stephan hatte am Anfang Probleme mit dem Griff, und da der Franzose sehr beweglich war, konnte dieser eine Führung mit zwei Yuko herstellen. Aber Stephan wurde immer stärker, dennoch war es schwierig eine Wertung zu erzielen, bis schließlich ein Ko-soto-gake den erlösenden Punkt brachte.
Nun war auch für Stephan die Goldmedaille in Griffweite, und im Finale wartete ein alter Bekannter: Bernhard Beiskammer von der Union Kirchham. Diese beiden Judoka kennen sich bereits aus dem Jugendalter, und so kam es, nachdem Stephan ein Yuko mit zwei Strafen wettgemacht hatte, wie es kommen musste: Golden Score. Doch leider fand Bernhard Beiskammer, wie schon bei den Österr. Meisterschaften, das glücklichere Ende und siegte mit Ippon (Kata-guruma) in der achten Minute.

Silbermedaille: Stephan Ribitsch !


Philipp Popp - 90 kg (6 Starter)

Philip traf in der ersten Runde auf einen Deutschen und punktete gleich zu Beginn mit Sode ( Ippon). Um den Finaleinzug kam der Italiener Avanzo, auch dieser wurde mit Ippon besiegt und somit stand auch Philipp im Finale. Auch er traf auf den zweiten Vertreter Österreichs, Stefan Kiemeswenger von der Union Pinzgau.
Philipp machte den ersten Angriff (Kata-guruma), wurde blockiert und Stefan Kiemeswenger zeigte eine einfache Überdrehtechnik, die er von Altmeister Norbert Haimberger gelernt hatte und hielt unseren Philipp fest.

Silbermedaille: Philipp Popp !


Martin Bertagnoli + 100 kg (6 Starter)

Martin kam als Ersatzmann zu diesen Spielen und wurde deswegen im Schwergewicht eingesetzt, da sich Stefan Riedlsperger nach einem schweren Autounfall noch nicht erholt hat.
Für Martin war es einerseits etwas einfacher, da er seine Gegner (ITA, GER) in der Vorrunde beobachten konnte, andererseits aber auch schwieriger, da er um einige Kilo leichter war als die anderen Athleten.
Sein erster Kampf war zugleich der Kampf um den Finaleinzug. Er traf auf den Italiener Bonfrisco.

Für Martin war es schwierig den Italiener zu bewegen, konnte aber Dank seiner Beinschnelligkeit mit einem Feger ein Waza-ari erzielen. Der Italiener setzte zu und hatte Martin mit einem Ausheber beinahe überrascht. Doch Martin konnte sich retten und erzielte schließlich mit einem Tani-o-toshi den erlösenden Ippon. Im Finale wartete der internationale Wiener Meister (schlug Krieger im Finale) aus der Slowakei, Molnar. Martin kämpfte taktisch sehr klug und hielt den Kampf bis zum Schluss offen. In den letzten 15 Sekunden "bestrafte" der Slowake einen Fehler von Martin mit Yuko.

Silbermedaille: Martin Bertagnoli !

 


Nach dem Einzelbewerb stand auch noch der Teambewerb auf dem Programm. Die Österreicher durften sich auf Grund der starken Leistung im Einzelbewerb berechtigte Hoffnungen auf den Titelgewinn mit der Mannschaft machen. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren starteten die Teams aus Frankreich, Deutschland, Italien und Österreich.
Die Damen besiegten in der ersten Runde Deutschland mit 6:1, und Kathi Schönstein bewies wieder ihre gute Form und punktete für Österreich mit Ippon. Die zweite Begegnung fand ohne Kathi statt, da die zweitplazierte Patricia Langreiter zum Einsatz kam. Sie vertrat unsere Kathi würdig und steuerte ebenfalls einen Punkt zum 6:1 Sieg über Frankreich bei. In der letzten Begegnung wurde auch Italien mit 6:1 geschlagen, und abermals punktet Kathi mit Ippon.

  1. Österreich
  2. Frankreich
  3. Italien
  4. Deutschland

Bei den Männern gelang der Auftakt noch besser, Frankreich wurde gleich mit 7:0 besiegt und Stephan Ribitsch traf wieder auf den starken Franzosen, den er schon im Einzelbewerb besiegte. Doch diesmal zeigte er von Anfang an seine Überlegenheit und gewann mit Ippon (Philipp Popp und Martin Bertagnoli pausierten). In der zweiten Runde steuerten Martin und Philip zwei Punkte zum 7:0 Sieg über Italien bei (Stephan pausierte). In der letzten Begegnung der Österreicher wurden die Deutschen auch klar mit 6:1 besiegt, und wieder punktete Stephan (Martin und Philipp pausierten).

  1. Österreich
  2. Frankreich
  3. Italien
  4. Deutschland
Es waren nicht nur die Medaillen über die sich die Trainer der Union Graz (Aurelian Kolarov) und der Union Leibnitz (Norbert Wiesner und Gernot Wenzel) freuten. Aurelian war besonders mit den Techniken die Kathi zeigte äußerst zufrieden. Und Gernot zeigte mit seinen Burschen einfach, dass das Training in Slowenien (bei Marburg und in Celje bei "Fabi") konditionell und im Griffkampf einiges brachte!

 

Herzliche Gratulation seitens des Landesverbandes Steiermark. Einfach großartige Leistungen !