LV Steiermark Judo News

INT. A-TURNIER VON BUDAPEST !

Ort: Budapest
Datum: 15. und 16. Februar 2003

von Franz Bergmann, Fotos: Manfred Hausberger

BRONZE - WAR DAS BEREITS DAS EM - TICKET ?

Einen Supererfolg landete der Obersteirer Andreas Mitterfellner am Samstag beim A-Turnier in Budapest. Er mußte sich in der Klasse bis 66kg nur dem Spanier Penas beugen und gewann alle seine Trostrundenkämpfe. Damit Platz drei und das EM-Ticket in Griffweite.


Mitterfellner - Hausberger

3.Platz für Mitterfellner


In der Klasse bis 66 kg nahmen 45 Judoka teil. Die erste Runde war für Andreas Mitterfellner (ASKÖ Pöls) "watscheneinfach zu überstehen - Freilos!" Danach wurde es allerdings ernst: sein Gegner war Pedro Dias (Portugal). Andi übernahm von Kampfbeginn an das Kommando und erzielte nach 1:40 Minute Kampfzeit ein Koka durch einen seiner bekannten Untertaucher. Bereits bei diesem Kampf hat man gesehen, dass der Obersteirer heuer wesentlich vielseitiger geworden ist - sein Seoi-nage und sein Yoko-Tomoe-nage stellen für seine Gegner immer eine Gefahr dar. Bei diesem Kampf hätten diese genannten Techniken fast zu weiteren Wertungen geführt - aber eben nur fast. Andi gewann diesen Kampf daher mit Koka.

Andis nächster Gegner war niemand geringerer als der Europameister des Jahres 2000: Oscar Penas (Spanien). Der Spanier ist ein Kraftpaket und zählt zu den "schlauesten" Kämpfern in der Klasse bis 66 kg. Zwei Minuten lang beherrschte Andreas Mitterfellner den Spanier klar und zwang Penas in die Deffensive. Prompt brachte das den Spanier zwei Bestrafungen wegen Inaktivität ein. Auch danach wusste Penas einfach kein Mittel gegen Andi - das ging so weiter bis 1:30 Minuten vor Kampfende. Dann allerdings besann sich Penas "seiner alten Werte" kämpfte einen komplett anderen Stil und stellte durch zwei Bestrafungen gegen Andreas Mitterfellner (herunterziehen) den Einstand her. Man rechnete eigentlich schon mit einem "Golden Score." Doch 8 Sekunden (!) vor Kampfende gelang Penas das alles entscheidende Koka durch Tomoe-nage! Damit war Andi in der Hoffnungsrunde gelandet.

Dort traf er auf den starken Jugoslawen Nemanja Nikolic. Nach einer Minute dieses Kampfes handelte sich Andi eine Bestrafung wegen hinunterziehen ein. Doch mit zunehmender Kampfzeit bekam er seinen Gegner immer besser in den Griff und zur Halbzeit erwischte er den Jugoslawen mit einem wunderbaren, tiefen Seoi-nage - keine Frage - Ippon.

Danach musste er gegen Jiri Vanek (Tschechien) antreten. Der Tscheche war bereits in den Vorrunden durch sehr schönes Judo aufgefallen. Bei diesem Kampf ging es um Platz 7 - soll heißen: ein Quotenplatz für die kommende EM in Düsseldorf (14. -18. Mai). Andi hatte bei dieser Begegnung absolut keine Problem und beherrschte diesen Kampf von Anfang bis zum Ende souverän. Ein Konterwurf (Yuko) und zwei Bestrafungen für den Tschechen kürten Andi daher zum Sieger dieses Kampfes - damit war der EM - Quotenplatz erreicht!

Auch im nächsten Kampf stoß Andi auf einen Gegner, der in den Vorrunden durch seine vielfältigen Techniken positiv aufgefallen ist: Anis Lounifi aus Tunesien. Auch in diesem Kampf war Andreas Mitterfellner einfach der "Chef auf der Matte" und beendete diesen mit einem "Bilderbuch - Ippon" durch Seo-Otoshi - einfach gewaltig! Damit war er bereits im Semifinale. Ja - eine Medaille - das wäre natürlich das Größte!


Mitterfellner - Delgado

Nur mehr ein Gegner, allerdings kein geringerer, als der spanische Spitzenjudoka Javier Delgado wollte ebenfalls um jeden Preis diese Bronzemedaille haben - aber - nur einer kann gewinnen! Unglaublich, auch in diesem Kampf war Andreas eindeutig der Dominator auf der Matte. Er "drängte" dem Spanier den Kampf auf und dieser handelte sich dabei nach kanpp zwei Minuten ein Shido (Inaktivität) ein.Nach drei Minuten kam Andi mit einem Untertaucher durch, was ihm Yuko einbrachte! Erst zwei Minuten vor Kampfende wurde der Spanier "munter" und versuchte das Tempo auf der Matte zu bestimmen. Ein wunderschöner Untertaucher von Andi brachte ihm eine Waza-ari Wertung und damit den sicheren Sieg ein!

Das war die verdiente Bronzemedaille! Damit hat er die Tür zur EM aufgemacht - die letzte Entscheidung zu diesem Thema müssen natürlich die ÖJV - Verantwortlichen treffen! Aber ich denke und hoffe, dass sie ihm nach dieser Superleistung die "Ampel auf grün stellen werden!" Als Resümee darf man feststellen: Andi hat sich sportlich noch mehr gesteigert, hat sein technisches Repertoire erweitert, kann sich aber sicher noch steigern. Er wird sicher noch im taktischen Bereich arbeiten (gegen Penas 8 Sekunden vor Kampfende verloren). Er zählt bereits jetzt zu den Spitzenjudoka seiner Gewichtsklasse. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er bei der EM medaillenverdächtig ist, obwohl seine Gewichtsklasse unglaublich ausgeglichen ist - Jeder kann gegen Jeden siegen!

Andi - wir steirischen Judoka sind stolz auf Dich - und wünschen Dir für die Zukunft alles Gute!