LV Steiermark Judo News

ANDREAS MITTERFELLNER IST MILITÄRWELTMEISTER 2002

Ort: Peking, China
Datum: Sonntag, 20.10.2002

Bericht / Fotos: Franz Bergmann / Manfred Hausberger

PEKING IST EIN "EIGENER PLANET" UND ANDI BESCHEIDEN: "WM-TITEL SUPER, ABER AUCH NICHT MEHR WIE EINE SIEG BEI EINEM A-TURNIER!

 


Der Weltmeister

Manfred - Andi

Beijing/Peking, Chinas Hauptstadt liegt am Nordrand der Nordchinesischen Tiefebene. Den Stadtkern bewohnen circa 7,5 Mio. Menschen, Groß-Beijing, das eine Fläche von 16 800 Quadratkilometer bedeckt, hat rund 11 Mio. Einwohner.

Wenn man als Europäer das erste Mal in Peking ist, fühlt man sich in eine andere Welt versetzt - es ist so, als würde man auf "Melmak" (Alf) gelandet sein. Alles ist fremd - alles ist anders. Die meisten Großstädte Chinas haben bereits ein westliches Flair angenommen und erinnern stark an Großstädte wie etwa New York - doch Peking ist chinesisch geblieben. Daher empfehlen alle Chinaexperten: "Willst du eine chinesische Großstadt sehen, musst du unbedingt nach Beijing reisen!"


Volle Konzentration

Andi gegen Koreaner

Alles unter Kontrolle

Eines der "härtesten Jobs der Welt" ist zweifellos der Beruf eines Busfahrers in dieser Stadt! Die können wirklich was. Man kann sich gar nicht vorstellen, was auf den Straßen abläuft! Trotzdem ist nie ein Stau! Ein Abstand der Autos von 50 cm bietet Platz genug, um dazwischen noch einen Radfahrer einreihen zu lassen! Die Überquerung einer achtspurigen Straße zu Fuß ist ein Erlebnis der besonderen Art! Übrigens: schafft man in der Abendszeit die Überquerung der Straße, hat man nicht viel Zeit sich über diese Leistung zu freuen, denn unmittelbar danach ist man den unzählbaren Radfahrern ausgesetzt, die - traditionell - immer ohne Licht fahren! Mit dem Fahrrad transportiert man in Peking fast alles - sogar kleine zusammenlegbare Geschäfte, wie z. B. einen Friseurladen! Rasch wird an irgendeiner Kreuzung der Laden aufgestellt. Wenn nach etwas Warten kein Kunde auftaucht, legt man den Stand wieder zusammen und fährt einige Straßen weiter, um die Arbeit von vorne zu beginnen!


Andi gegen Koreaner

Andi gegen Gabor/HUN

Andi kontrolliert mit Festhalter

Eine für uns Europäer etwas komische Tatsache ist, dass die Fahrräder alle mit kleinen Nummerntafeln ausgestattet sind!

Ja, und dann sind da noch die unzählbaren Geschäftsstände, in denen man den Preis der Waren im Regelfall bis zu 70 Prozent (!) herunterhandeln kann!


Andi gegen Italiener

Andi gegen Koreaner

Sieger Andi

Diese "Dinge" sind es immer wieder, die uns in Erstaunen versetzen. Nichts ist in Peking einfach, alles ist anders -alles ist kompliziert - weiß ist nicht immer weiß, und links kann rechts bedeuten! Das waren die Dinge, die auch unseren frischgebackenen Militär - Weltmeister Andreas Mitterfellner (Askö Pöls, -66kg) in dieser Stadt faszinierten, und über die er sich "herzhaft abhaute!"


nach dem Sieg

Siegerehrung -66kg

KOR - AUT - ITA - KOR

Kommen wir etwas zum sportlichen Ereignis zurück: Da nicht alle Staaten der CISM angehören, wie etwa Japan, darf man die Militär WM sicher nicht mit einer WM vergleichen. Dem ist sich unser "Ippon - Andi" sehr wohl bewusst. Andi selbst schätzt die Wertigkeit wie einen Sieg bei einem A-Turnier ein, nicht einmal so groß wie bei einen Super A-Turnier. Er sagt in seiner Bescheidenheit allerdings nicht, was viele Experten behaupten: Andi war unter all den Teilnehmern einer der Besten! Der Pölser ist über seine Gegner regelrecht "darübergefahren." Mit dieser Leistung kann er getrost Mitte November zum dreiwöchigen Trainingslager nach Japan reisen. Wie sehen Andis nächste sportliche Ziele aus: Um sich für die Olympiade 2004 in Athen frühzeitig qualifizieren zu können, müsste er entweder Europameister werden oder bei der WM unter die ersten Fünf kommen. Leider können wir Andi beim nächsten Turnier in Leonding nicht auf der Matte sehen, da Leonding 2003 ein reines Frauenturnier sein wird. Es gibt im nächsten Jahr überhaupt nur ein paar Super A-Turniere, in denen Frauen und Männer gemeinsam am Start sein werden: Moskau, Paris und Hamburg. Wahrscheinlich wird Andi bei folgenden Turnieren am Start sein: Moskau (24. - 26.Jänner 03), Hamburg (22. -23.Februar 03), einen Monat später in Rom und Ende März in Tallin (Georgien). Ein gewaltiges Programm kommt also da auf unseren steirischen Judostar zu! Das Ziel ist natürlich nach wie vor die Olympiade 2004 in Athen!


Sabrina Filzmoser
Gold für Sabrina
Silber für Claudia

Claudia Heill

Abenteuerlich wie seine Zukunftspläne war auch der Heimflug unseres "Gold - Andi" von Peking. Er und der Steirische Präsident Manfred Hausberger, der als Kampfrichter - wie immer - brillierte, verbrachten gleich 36 Stunden (!) in einem Airbus der deutschen Luftwaffe. Irgendwo in Russland mussten sie runter, um zu tanken. Das war aber alles andere als einfach! Die Piloten mussten sehr lange verhandeln und am Ende den Treibstoff aus ihrer eigenen Tasche bar bezahlen !


Team AUT

CISM Team AUT

Team AUT

Team AUT
Das rot-weiß-rote Team erkämpfte den 5.Rang

Bela - Andi - Manfred

Kampfrichter Hausberger
Top, wie immer
der Steirische Präsident Manfred Hausberger als IJF-A Referee

Kampfrichter

 

Am Donnerstag, dem 31.10.02 wird unser Paradeathlet Andreas Mitterfellner um 17:00 Uhr offiziell vom Bürgermeister der Stadt Pöls, Hr. Ernst Korb, gemeinsam mit unseren "Superpräsidenten" Manfred Hausberger geehrt! Es kommt nicht jeden Tag vor, dass unsere Sportart im Mittelpunkt steht, deshalb gönnen wir ihnen diese Ehrung von ganzem Herzen - genießt diesen Erfolg, nützt ihn aus - er möge euch Kraft für die bevorstehenden Aufgaben geben.

Die steirischen Judoka sind stolz auf euch und gratulieren auch nochmals herzlich zu diesem außergewöhnlichen Erfolg!